Effi Mora

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29.01.2016

Was, zum dicken Kaktus, ist denn ein Fräulein Primel? Ist es nun ein Kind oder eine Frau? Wenn das ein Kind ist, warum hat es solche, Verzeihung, Möpse? Und wenn das eine Frau sein soll, warum sieht sie so albern puppenhaft aus? Was soll denn dieses Flirten mit dem Kindchenschema? Nun ja, die Wahrheit ist — Fräulein Primel ist sowohl als auch bzw. weder noch. Und nein, das Fräulein kokettiert nicht im Geringsten mit dem lolitösen Klischee. Es ist vielmehr ein ähnliches Phänomen wie der Karlsson vom Dach, welcher ja behauptet, «ein Mann in den besten Jahren» zu sein, dabei jedoch kaum größer als ein Grundschulkind ist und sich vor allem nicht besonders erwachsen benimmt. So etwas gibt es machmal. Unsere inneren Kinder tragen wir alle in uns; bei dem Einen ist es stärker ausgeprägt, bei dem Anderen schwächer.

frimel

 

Fräulein Primels ofenfrisch hausgebackene, mit Majoran und Olivenringen gespickte,Theorie dazu besagt (und dazu feine, wir sind gleich fertig, marinierte Champignons mit ganz jungem Schnittlauch, einen Schluck Brut, direkt aus der Flasche, sodass es in der Nase kribbelt und übers ganze Gesicht läuft, und auf dem Kleid schäumende Pfützen hinterlässt, die aber sofort von dem gierigen Rosenmuster aufgesogen werden…gut) dass diejenigen, denen Schlimmes widerfahren ist, ihre inneren Kinder quasi wie ein Schutzschild in ein Tragetuch stecken und vor sich her tragen, damit das potentielle Übel, wenn es mal wieder zähnefletschend und blutspuckend, ihnen in einer dunklen Parkanlage oder unter den gnadenlosen Neonröhren irgendeiner Institution entgegen tritt, möglicherweise von dem Anblick des inneren Kindes abgeschreckt wird oder zumindest ins Grübeln kommt und ihnen somit die Flucht ermöglicht.
Also ja — Fräulein Primel ist im gleichen Maße ein Kind mit erwachsenen Attributen und eine erwachsene Frau, deren inneres Kind einfach zu sehr und zu oft die Führung übernimmt. Und weil das Fräulein es nur bedingt steuern kann, hat es mittlerweile ein ziemlich robustes Bedürfnis entwickelt, seine Begegnungen, Erlebnisse und Gedanken schriftlich festzuhalten. Es muss doch schließlich für irgendwas gut sein, wenn sich das «F.rimel» täglich halb zu Tode reflektiert.
Was hat der Leser davon? Die Frage ist wichtig. Ich durfte schon mal in den, zu einem Comicheft verarbeiteten, Memoiren einer Borderlinerin blättern und es war leider ein ziemliches Rumgeheule, das sich vor allem mit der Frage beschäftigte, wie man…nun ja…als Außerirdischer Freunde macht, ohne dabei auch nur einen einzigen Millimeter von seiner lieb gewonnenen Schrägheit abzurücken. Einen solchen Anspruch hat Fräulein Primel zum Glück nicht. Es möchte eigentlich nur einpaar Gedanken loswerden zu folgenden Themen:

-Wohnungen und Häuser, die wir bewohnen/mieten und wie uns diese beeinflussen (und wie wir selbst unser Umfeld beeinflussen)
-Unerwiderte Liebe und Liebe, die man selbst nicht erwidern kann
-Immigration/Emigration (weil das Fräulein sehr betroffen ist :))
-Alkoholmissbrauch/Alkoholentzug
-Haustiere (kulturelle Unterschiede *schluchz* ja, in Russland gibt’d immer noch haufenweise Kettenhunde und ich hab keinen Plan, wie man das ändern soll)
-Beruf und Berufung hahahahahahahahahaha ( :( )
-Singlesein
-Krankenhäuser
-Psychotherapie
-Sprache/Sprachlosigkeit

Puh…das reicht aber auch erstmal.

Im Mai 2016 möchte das Fräulein mit dem Text fertig sein, danach folgen die Illus

Comments
  • Magnus says:

    Wow, das hört sich nach einem Projekt an! Ich bin mir ziemlich sicher, dass das gut wird. Wahrscheinlich wirst Du einen Verleger brauchen, wa? Viel Erfolg

    • Effi Mora says:

      mein lieber Magnus, ich danke dir:) Ja, Verleger macht, glaub ich, Sinn :D
      auf jeden Fall erstmal fertig schreiben + illustrieren

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