Effi Mora

sweet dreams are made of this

05.11.2016
Wie wär’s mit dem 11. Gebot «Du sollst nicht projizieren!»? Mein Hund träumt neuerdings ziemlich heftig. Es ist an sich nichts ungewöhnliches. Es ist sogar normal, dass sobald sich eine Familie auf der Couch einnistet - jeder ein Glas Wein und eine Packung Spekulatius in der Hand - der Hund, der bis jetzt friedlich auf seiner Decke schlummerte, plötzlich anfängt mit allen Extremitäten zu wackeln, zu bellen, zu schnauben, ganz fürchterlich besorgniserregend mit den Augen zu rollen und zu schmatzen. Ganz klar: er hat die Gazelle nun doch erwischt, alle Tiere in der Savanne heulen. Toller Traum. Applaus Applaus. Meiner bringt diese Nummer nun schon seit 6 Jahren und bis jetzt dachte ich immer nur: «Ooooooh, er träumt wieder…» oder: «Что тебе снится, крейсер Аврора?»

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Was danach?

05.11.2016
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Mit nur einem Arm einen Garten anlegen

04.11.2016
Och nääääääääh… Wieder mal in eine Debatte über «Wohin mit dem traumarelevanten Material» rein geplatzt und konnte nicht einfach dran vorbei gehen…(Dazu muss man sagen, dass die russischsprachigen Traumatiker im Durchschnitt etwas radikalere Ansichten vertreten) Ich bin ja der Meinung, dass persönliche Traumata behandelt gehören. Ohne, dass man diese übermäßig romantisiert und ohne die Freunde/Familie als Füllmaterial für allerlei schwarze Löcher in der eigenen Psyche zu benutzen. (Das sag ich aber jetzt als jemand, der an der Stelle, wo die Psyche sein sollte, irgendeinen Scheiß mit ‘nem Schleifchen drüber hat). Nicht selten reagiert ein traumatisierter Gegenüber empört und enttäuscht, wenn man ihm sagt, dass es: 1)natürlich ein Leben nach dem Trauma gibt, sofern man dieses überlebt hat: und 2)dieses Leben auch sehr schön und sehr sinnvoll sein kann. Man reagiert so, weil man da raus hört: «Du musst jetzt sofort aufstehen, deine schusssichere Weste ablegen, in die unberechenbare Welt hinaus treten und gefälligst normal sein!» (Du faules Stück, du). Dazu kommt, dass man sich solche «Aufmunterungen» nicht von jedem gefallen lassen möchte. Jemand, der in der Thematik nicht drin steckt, kann sich seine Vorstellungen von Normalität und Glück gerne aufs Brot schmieren. Dabei ist dieses «das Leben kann trotzdem schön sein» einfach nur der übernächste Schritt. Das heißt, wenn man es schaffen würde, nach so einem Satz nicht sofort in die Defensive zu gehen, würde man vermutlich sogar zustimmen

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31.10.2016
Dieses seltsame Geräusch, das mich heute den ganzen Tag verfolgte - so eine gedämpfte Mischung aus Knattern und Summen, als wäre irgendwo weit weg ein kleiner blauer Traktor unterwegs, den man aber nicht sehen kann; das Geräusch wanderte durch die Wohnung, wurde mal leiser, mal lauter, mal richtig laut, mal war es direkt hinter mir, mal irgendwo rechts unten neben dem Schreibtisch ...

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Inneres Schwein. Liebenswert.

27.10.2016
wenn die Frau mit den Kindern für zehn Tage allein verreist, ist der erste Abend in der leeren Wohnung euphorisierend geil. Schon der bloße Gedanke daran, dass es heute keinen Broccoliauflauf mit Filinchen gibt, sondern eine Pizza Diavola mit extra Jalapeños, macht einen glücklich. Dazu trinkt man ein Bier und benutzt keinen Untersetzer. Am zweiten und am dritten Tag ist es immer noch genau so gut. Am vierten Tag werden aus einem Bier…nun ja, mehrere, und man raucht in der Wohnung und ascht die Tastatur voll. Am fünften Tag versucht man Abwechslung rein zu bringen und bestellt chinesische Nudeln. Dazu trinkt man eine Tasse Jägermeister. Mit Tasse ist die Tasse gemeint, die irgendjemand mal als Gag mitgebracht hatte, weil 1,5 Liter rein passen. So langsam wird es langweilig und man weiß nicht mehr, wie man noch mehr Hedonismus rein bringen soll. Burger und Döner hatte man nämlich auch schon. Man legt einen Entlastungstag ein...

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Gehstekrachen Nr. 3736229

11.09.2016
Auf dem Weg zur Elbe nutzt Dieser Schräge Hund™ die Überlänge der Leine aus, um sich einen knusprig verwesten Krähenflügel zu gönnen. Ich tue so, als würde ich ein bisschen aus der Haut fahren, aber es ist einfach zu heiß und der didaktische Effekt bleibt eh' aus. Hunde mögen...

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Düfte, Komplexe, Schönheit, Nahrungskette.

09.09.2016
Klassenarroganz ist umso erquicklicher, je weniger gerechtfertigt sie ist. Im Dresdner Barockviertel ist heute Cocktail-Night, was im Klartext bedeutet, dass alle Arten von Milfs die Gelegenheit haben, ihre Solariumbräune und ihre Sommerkleider mitten in der Woche auszuführen und die Geschäfte bis 22 Uhr Cocktails mixen, in der Hoffnung, die aussichtslosesten Ladenhüter, durch festliches Drapieren und Beleuchten den beschwipsten Kunden besser andrehen zu können. Ich habe wie immer nichts davon gewusst und bin quasi im Pyjama, mit zerzausten Haaren, einer prächtigen Knoblauchfahne und meinem Hund, der, nun ja, machen wir uns nichts vor, ein wenig riecht, da rein geplatzt. Der Hund zog mich natürlich gleich in eine Parfümerie rein (er zieht mich immer irgendwo rein, früher waren's Kneipen, danach Spätis. Räumlichkeiten, die er offenbar am besten kennt). Da standen wir nun. Ringsum Flakons, Spiegel, Bürokauffrauen in geilen Schuhen, Typen mit einem "Ich-bin-in-der-Hölle"-Gesicht, alle mit mindestens drei Cocktails intus, schwere Limetten-und Vodkadämpfe in der Luft. Ich streunte ein wenig zwischen den Regalen, alles, was ich dort sah, kannte ich schon auswendig. Ich und Parfümerie - ist ein Thema für sich. Es fing vor vielen vielen Jahren an, da war ich noch ganz klein, als das mystische Wort "Orchidee" in meinem Wortschatz einen Platz fand. Es muss für meine damaligen Mitmenschen ziemlich anstrengend gewesen sein, weil ich seitdem begeistert und ein wenig manisch alle Phänomene und Gegenstände auf ihre Orchideenhaftigkeit untersuchte. Orchidee, Orchidee, Orchidee. Irgendwann kamen Iris, Flieder, Tulpen und Tannen hinzu, die fleischigen Köpfe der Pfingstrosen dufteten wie Himmel, hatten jedoch Jahr für Jahr einen immer schlimmer werdenden Ameisenbefall. Traditionen müssen sein. Heute habe ich einen ganz guten Überblick, welche Zutaten wo auf welche Weise gemixt werden und weiß leider auch, was Nischenparfümerie bedeutet. Leider, weil

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August

31.08.2016
An sein Unterbewusstsein ran zu kommen, ist schwerer als man denkt. (Warum man das überhaupt macht, anstatt sich einfach darauf zu verlassen, dass man schon nicht vergessen wird, wie man atmet und läuft, ist die andere Frage). Für alle, die das tun möchten, gibt es Tausende von Techniken und Übungen und dies&jenes. "Das hätteste gerne!" - sagt da mein Unterbewusstsein. "Hier hast du erstmal eine hübsche Anzahl von inneren Filtern, Blockierungen und Täuschungen, die du umgehen musst, und wenn du die ganzen Fallen, die ich dir liebevoll gestellt habe, und alle tiefen Schluchten, nach deren Überwindung jeder normaler Mensch aufgeben sollte, hinter dich gebracht hast, kommst du auf eine sonnenüberflutete Lichtung, mit herrlichen dunkelblauen Tannen ringsum, dort liegt eine Kiste für dich beireit. In der Kiste ist ein kleiner Beutel, im Beutel - ein Überraschungsei. Das machst du auf. Und drin ist gar nichts. Herzlichen Glückwunsch. Hat sich gelohnt, wa?" Jedenfalls, egal, welche Technik ich ausprobiere, es kommt immer ungefähr das gleiche raus: ich nehme weder mich noch mein Leben ernst und mein bester Freund ist ein quadrupeder, ewig haarender Melancholiker.

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Rumnörgeln for Freedom

28.08.2016
Wie dem auch sei. Ich stelle in letzter Zeit oft fest, dass erschreckend viele kreative Äußerungen (Texte, Bilder, Lyrik, Videos etc.) mit dem aufwertenden Zusatz "Im Namen der/des..." versehen werden. Aufwertend und manchmal sich entschuldigend. Man darf irgendwie nicht mehr kreativ sein nur der Kreativität wegen. Das scheint als rückständig zu gelten. Es muss irgendeinen höheren Sinn haben, im Idealfall ganz vielen Menschen helfen, oder zumindest auf irgendein Problem hinweisen. Wenn du von 1997 bis 2004 essgestört warst und auf die Idee kommst, diese Erfahrungen in Worte zu fassen, um diese wiederum zu wohlklingenden, sich flüssig lesenden Sätzen zusammenzufügen, dann vergiss bloß nicht, drüber zu schreiben, dass du im Namen aller Frauen gegen die beknackten ästhetischen Vorstellungen, die die Medien/Männer/homosexuelle Modedesigner (zutreffendes auswählen) vom weiblichen Körper haben, kämpfst und ab sofort mit der so knusprigen Vokabel "Frauenrechte" in Verbindung gebracht zu werden wünschst. Kann es aber nicht einfach nur eine traurige, persönliche Geschichte einer Frau bleiben, die auf ihrem Weg in die Krankheit rein und aus der Krankheit wieder raus ganz schön einsam war? Ich glaube, dass eine authentische, ehrliche, traurige oder auch stellenweise witzige kreative Äußerung, welcher Art auch immer, tatsächlich Menschen erreichen kann, die gerade selbst mitten drin stecken und eine flüchtige Berührung an der Schulter brauchen, die ihnen sagt: "Hier. Ich bin da, ich hab das auch erlebt.". Diese Berührung darf und wird auch von einem Stoff ausgehen, der kein Prädikat "besonders gesellschaftlich relevanter und sozialkritischer Artikel" als fetten Banner trägt. Irgendwie haben viele Angst davor narzisstisch zu wirken, wenn sie ihrem kreativen Prozess keine sinnvolle Aufgabe geben, sondern einfach nur drauf los schreiben, malen, dichten, fotografieren, performen. Wenn sie eben diesen Prozess nicht wie einen abgerichteten Hund auf irgendwelche Feinde und Unterdrücker losschicken. Und ich lass mich davon beeinflussen! Ja. Geb ich zu. Aber, oh man! Genau dadurch wirkt man doch erst recht narzisstisch! Wenn man sich selbst ständig maßlos überschätzt in seinen Weltretterfantasien; wenn über einem sehr persönlichen, schon fast egozentrischen...

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«Schwindel & Verrat». Ein Minidrama, inspiriert vom Freundeskreis.

22.08.2016
Wenn man beim Aufräumen eigene alte Notizen oder Texte findet, ist man nicht selten peinlich berührt. Zwar hat man bei dieser Reise in die Vergangenheit eine gute Möglichkeit, seinem damaligen "ich" zu begegnen, aber oft sind diese Ergüsse entweder so teenagermäßig prätentiös und ernst oder einfach nur so schlecht geschrieben, dass man purpurot wird und sie schnell wieder weglegt. Nach diesem schrecklichen Fund hier musste ich allerdings sehr lange lachen. Ja peinlich, ja viele Fehler drin und ja, ich habe keine Ahnung, was mit dieser Frau damals los war, die so was schreiben musste, aber irgendwie kann ich das gerade nicht für mich behalten. Ein Minidrama. Hehehe. Von 2009 (mitten im Studium). Und der Zusatz im Titel "Inspiriert vom Freundeskreis". Hahaha. Oh man, da werden Erinnerungen wach. et voilà Rechtschreibung beibehalten.

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