Effi Mora

Архив метки: Wunderland

by accident

01.03.2018
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Sonntag. Zirkus. Knoblauch.

01.10.2017
Ja, schon irgendwie selber schuld, wenn man sein Katerfrühstück auf dem Rummel holt. Gefüllte Artischocken - 0,03% Artischocke, 99,97% - Füllung. Was ist das überhaupt? Frischkäse? Warum ist er denn so hart und kalt wie mein Singledasein? Und warum so viel? Frischkäse dezent umhüllt von Espuma mit Artischockenduft für 7,90 bitte. Essbares vom Rummel war doch aber schon immer der Push-Up und die Fake Lashes unter den Fastfooderzeugnissen. Das weiß man doch, Frau Mora. Ja, sollte man eigentlich wissen. Eine ca. 50-jährige Dame mit dem eingefrorenen Pfui-Ausdruck im Gesicht administriert dem Schaschlik-Verkäufer: «Meinen Fleischspieß packen Sie aber bitte ein!». «Jawohllll!» - man sieht ihm an, dass es ihn nervös macht

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«Clumsiness» e.V

04.08.2017
Aus dem Leben einer Trotteline™

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Puh…

04.08.2017
Na super, hab mir vorhin ein Date entgehen lassen. Wurde nämlich an der Ampel am Albertplatz vom einem ca. 50-Jährigen aufm Fahrrad angestarrt, und als ich zurück starrte, zeigte er mir mit Händen und Mimik, dass ich meine Kopfhörer raus stöpseln soll. "Das ist ja prima, dass gerade rot ist, darf ich Sie was fragen?" Bitte nicht nach dem Weg fragen, bitte bitte nicht, ich hab schon Leute nach Prohlis geschickt, die einfach nur hätten zweimal abbiegen müssen, dachte ich erschrocken. "Mögen Sie Roland Kaiser?" Ich weiß nicht, was da in dem Moment in meinem Gesicht stattfand, aber er sagte:" Ok, ist wohl nicht ganz ihre Welt?" und deutete auf die Kopfhörer. Tja, in den Kopfhörern ist seit drei Monaten der prolligste Soundtrack aller Zeiten - der von "Suicide Squad», was aber keineswegs meinen Musikgeschmack beschreibt. (Das ist sowieso meine Lieblingsangst, dass jemand plötzlich meine Kopfhörer rauszieht und kurz mit hört und dann zeigt der ganze Bus mit dem Finger auf mich und alle lachen sich die Innereien aus dem Leib, weil ich gerade mit einem Gemisch aus Sinatra und der italienischen Nationalhymne versuche, die richtige Stimmung aufzubauen (welche auch immer das ist, don’t ask) Und jetzt hab ich auch noch schweren Herzens auf Roland Kaiser verzichtet, der

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Zukunftspläne

19.04.2017
Nicht die blaßeste Ahnung, was in den nächsten Minuten, Wochen, Monaten, Jahren passiert, aber eins weiß ich sicher...

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«Ist jemand von den Erwachsenen da?»

11.12.2016
Menschen, die vor langer, langer Zeit eine sehr große Rolle in deinem Leben gespielt haben, kannst du nicht einfach so treffen. Wie sieht denn das aus? Wir hatten so ein brasilianisches Drama mit Tellerschmeißen und Bettwäschezerrupfen, und jetzt sitzen wir beim Bäcker um die Ecke und rühren in unseren Tassen? Absolut unvorstellbar. Links neben uns fallen andauernd Tabletts aus dem Wagen, rechts von uns wird gerade eine Windel gewechselt, die Bäckerin schreit in die Küche...

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sweet dreams are made of this

05.11.2016
Wie wär’s mit dem 11. Gebot «Du sollst nicht projizieren!»? Mein Hund träumt neuerdings ziemlich heftig. Es ist an sich nichts ungewöhnliches. Es ist sogar normal, dass sobald sich eine Familie auf der Couch einnistet - jeder ein Glas Wein und eine Packung Spekulatius in der Hand - der Hund, der bis jetzt friedlich auf seiner Decke schlummerte, plötzlich anfängt mit allen Extremitäten zu wackeln, zu bellen, zu schnauben, ganz fürchterlich besorgniserregend mit den Augen zu rollen und zu schmatzen. Ganz klar: er hat die Gazelle nun doch erwischt, alle Tiere in der Savanne heulen. Toller Traum. Applaus Applaus. Meiner bringt diese Nummer nun schon seit 6 Jahren und bis jetzt dachte ich immer nur: «Ooooooh, er träumt wieder…» oder: «Что тебе снится, крейсер Аврора?»

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Was danach?

05.11.2016
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Gehstekrachen Nr. 3736229

11.09.2016
Auf dem Weg zur Elbe nutzt Dieser Schräge Hund™ die Überlänge der Leine aus, um sich einen knusprig verwesten Krähenflügel zu gönnen. Ich tue so, als würde ich ein bisschen aus der Haut fahren, aber es ist einfach zu heiß und der didaktische Effekt bleibt eh' aus. Hunde mögen...

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August

31.08.2016
An sein Unterbewusstsein ran zu kommen, ist schwerer als man denkt. (Warum man das überhaupt macht, anstatt sich einfach darauf zu verlassen, dass man schon nicht vergessen wird, wie man atmet und läuft, ist die andere Frage). Für alle, die das tun möchten, gibt es Tausende von Techniken und Übungen und dies&jenes. "Das hätteste gerne!" - sagt da mein Unterbewusstsein. "Hier hast du erstmal eine hübsche Anzahl von inneren Filtern, Blockierungen und Täuschungen, die du umgehen musst, und wenn du die ganzen Fallen, die ich dir liebevoll gestellt habe, und alle tiefen Schluchten, nach deren Überwindung jeder normaler Mensch aufgeben sollte, hinter dich gebracht hast, kommst du auf eine sonnenüberflutete Lichtung, mit herrlichen dunkelblauen Tannen ringsum, dort liegt eine Kiste für dich beireit. In der Kiste ist ein kleiner Beutel, im Beutel - ein Überraschungsei. Das machst du auf. Und drin ist gar nichts. Herzlichen Glückwunsch. Hat sich gelohnt, wa?" Jedenfalls, egal, welche Technik ich ausprobiere, es kommt immer ungefähr das gleiche raus: ich nehme weder mich noch mein Leben ernst und mein bester Freund ist ein quadrupeder, ewig haarender Melancholiker.

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Rumnörgeln for Freedom

28.08.2016
Wie dem auch sei. Ich stelle in letzter Zeit oft fest, dass erschreckend viele kreative Äußerungen (Texte, Bilder, Lyrik, Videos etc.) mit dem aufwertenden Zusatz "Im Namen der/des..." versehen werden. Aufwertend und manchmal sich entschuldigend. Man darf irgendwie nicht mehr kreativ sein nur der Kreativität wegen. Das scheint als rückständig zu gelten. Es muss irgendeinen höheren Sinn haben, im Idealfall ganz vielen Menschen helfen, oder zumindest auf irgendein Problem hinweisen. Wenn du von 1997 bis 2004 essgestört warst und auf die Idee kommst, diese Erfahrungen in Worte zu fassen, um diese wiederum zu wohlklingenden, sich flüssig lesenden Sätzen zusammenzufügen, dann vergiss bloß nicht, drüber zu schreiben, dass du im Namen aller Frauen gegen die beknackten ästhetischen Vorstellungen, die die Medien/Männer/homosexuelle Modedesigner (zutreffendes auswählen) vom weiblichen Körper haben, kämpfst und ab sofort mit der so knusprigen Vokabel "Frauenrechte" in Verbindung gebracht zu werden wünschst. Kann es aber nicht einfach nur eine traurige, persönliche Geschichte einer Frau bleiben, die auf ihrem Weg in die Krankheit rein und aus der Krankheit wieder raus ganz schön einsam war? Ich glaube, dass eine authentische, ehrliche, traurige oder auch stellenweise witzige kreative Äußerung, welcher Art auch immer, tatsächlich Menschen erreichen kann, die gerade selbst mitten drin stecken und eine flüchtige Berührung an der Schulter brauchen, die ihnen sagt: "Hier. Ich bin da, ich hab das auch erlebt.". Diese Berührung darf und wird auch von einem Stoff ausgehen, der kein Prädikat "besonders gesellschaftlich relevanter und sozialkritischer Artikel" als fetten Banner trägt. Irgendwie haben viele Angst davor narzisstisch zu wirken, wenn sie ihrem kreativen Prozess keine sinnvolle Aufgabe geben, sondern einfach nur drauf los schreiben, malen, dichten, fotografieren, performen. Wenn sie eben diesen Prozess nicht wie einen abgerichteten Hund auf irgendwelche Feinde und Unterdrücker losschicken. Und ich lass mich davon beeinflussen! Ja. Geb ich zu. Aber, oh man! Genau dadurch wirkt man doch erst recht narzisstisch! Wenn man sich selbst ständig maßlos überschätzt in seinen Weltretterfantasien; wenn über einem sehr persönlichen, schon fast egozentrischen...

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«Schwindel & Verrat». Ein Minidrama, inspiriert vom Freundeskreis.

22.08.2016
Wenn man beim Aufräumen eigene alte Notizen oder Texte findet, ist man nicht selten peinlich berührt. Zwar hat man bei dieser Reise in die Vergangenheit eine gute Möglichkeit, seinem damaligen "ich" zu begegnen, aber oft sind diese Ergüsse entweder so teenagermäßig prätentiös und ernst oder einfach nur so schlecht geschrieben, dass man purpurot wird und sie schnell wieder weglegt. Nach diesem schrecklichen Fund hier musste ich allerdings sehr lange lachen. Ja peinlich, ja viele Fehler drin und ja, ich habe keine Ahnung, was mit dieser Frau damals los war, die so was schreiben musste, aber irgendwie kann ich das gerade nicht für mich behalten. Ein Minidrama. Hehehe. Von 2009 (mitten im Studium). Und der Zusatz im Titel "Inspiriert vom Freundeskreis". Hahaha. Oh man, da werden Erinnerungen wach. et voilà Rechtschreibung beibehalten.

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Aus dem Leben einer Trotteline™

05.08.2016
Manche Menschen sind einfach. Wenn ihnen etwas Unangenehmes passiert, kompensieren sie. Und zwar so, das jeder gleich, versteht: aha, der da kompensiert gerade. Z. Bsp. kenne ich eine Frau, die nachdem ihr Lieblingshund verstorben war, fünf Katzen und eine Achatschnecke adoptiert hat. Auch kenne ich jemanden, der nachdem seine Souterrainwohnung überschwemmt wurde, in den...jetzt müsste ich lügen, ich glaub,in den 100. Stock gezogen ist oder so. Überkompensationen sind also auch weit verbreitet. Frau Mora ist anders. Frau Mora ist so'ne Art Großstadtverrückte, die hellblauen Lidschatten oberhalb und unterhalb der Augenbrauen trägt und täglich mit zwei Eimern Hühnerkot in die Innenstadt geht, um damit die Tauben zu füttern. Nur, dass sie's natürlich nicht tut. Aber daran gedacht hat sie schon. Jedenfalls sehen Frau Moras Kompensationen dementsprechend dement aus. Gestern Nacht etwa ...

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Juli. Unterm Strich.

05.08.2016
Der Juli 2016 war so reich an Ereignissen und Erkenntnissen, dass ich gar nicht darüber reden möchte. Stattdessen tue ich das, was ich in solchen Situationen immer tue: alles relativieren und ins Lächerliche ziehen. (Hundewelpen erledigen das auf eine ähnliche Weise - "Wenn du Etwas nicht einordnen kannst, dann friss es oder pinkel drauf!"). Deshalb fasse ich kurz zusammen, was im Klartext heißt - mir fehlen die Worte und deshalb knalle ich hier einfach meine privaten (oh, là, là!) fb-Statusmeldungen rein von Juli 2016. Faulheit, wie sie im Buche steht, ja:

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Es wird endlich ernst. Ernsthaft?

19.07.2016
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Fräulein Primel eine Person ist, die sich gern von den simpelsten Dingen überfordern lässt, dabei jedoch zu fast allem eine Meinung hat. Eine Kombination, die alle anderen Figuren im Buch furchtbar unsympathisch finden würden, wenn da nicht Fräuleins unheilbare, an Slapstick grenzende Tollpatschigkeit wäre. Diese gleicht das wieder aus. Es ist schwer, von Jemanden aufgrund seiner Neunmalklugheit lange genervt zu sein, wenn dieser Jemand zum Beispiel nur die Hälfte seines rechten Beines rasiert hat und das linke komplett zugewuchert ließ, weil ihm das zu anstrengend wurde, weil die nassen Haare zu schwer waren, weil irgendwas von oben tröpfelte oder, schlicht und einfach, weil ihm mitten im Prozess des Rasierens die Sinnlosigkeit allen Tuns bewusst wurde und er sich lieber mit dem Lesen der Shampoo-Flasche abgelenkt hat.

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Even deeper

10.07.2016
Seit ich das erste Mal den beängstigend attraktiven Anglerfisch gesehen hab, war es meine liebste Gruselfantasie, in einer sphärischen, von allen Seiten durchsichtigen, dem enormen Druck standhaltenden Kapsel in die tiefste Untiefe zu tauchen, da wo diese ganzen unvorstellbaren Arten und göttliche Humorübungen leben. Diese ganzen unförmigen, geleeartigen, fünfäugigen und weiss der Geier, welche noch Kreaturen. Ich träumte davon, mit meiner Kapsel ganz unten weich aufzuschlagen, für einige Sekunden das Licht anzumachen und…an Ekel zu sterben.

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Juni. Achtsamkeit

30.06.2016
Hippie-Modus on. Wenn man viele Jahre überall und nirgendwo war und sich daran gewöhnt hat, ausschließlich komplexe und schwierige Dinge als normal wahrzunehmen, ist es sehr schwer, einfach nur zu sein. Da zu sein. In einer verlässlichen Welt, die man nicht kontrollieren muss - es ist ohnehin eine beliebte aber eine lähmende Illusion, dass man sich die Welt berechenbar und sicher basteln kann

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linguaphile innere Kumpels

03.06.2016
Elfriede Scholz - die kleine Schwester von Remarque. Ich weiß immer noch nicht, ob Remarque ein guter Schriftsteller war oder nicht. Mag sein, dass die Sprache sehr journalistisch ist, aber ich liebe ihn ganz inniglich. Ich liebe ihn wie einen langjährigen Freund. Vor 17 Jahren saß ich jeden Tag nach der Schule in meinem Zimmer, in der linken Hand - das Wörterbuch, in der rechten - «Arc de Triomphe» und verstand kein Wort...

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Innere Kinder, innere Rotzgören, ewige Opferrollen. Und natürlich unsere gute, alte Freundin — die böse, böse Gesellschaft.

07.03.2016
Wenn man eher aufmerksam als unaufmerksam ist und genauer hinschaut, sieht man in absolut jedem Menschen sein inneres Kind (mindestens eins). Hmm…Etwa auch in den gegelten, bekrawatteten, aalglatten Topmanagern? Gerade in ihnen! Wenn so ein supereffektiver Leistungsfanatiker nämlich kurz nicht aufpasst, seine Zigarette weg legt und zur Seite blickt, dann fliegt so ein leichter Schatten über sein Gesicht. Aus der Gelfrisur rutscht eine Strähne und legt sich über die hohe Computerstirn. In diesem Moment, in diesen 2,5 Sekunden, in denen er sich nicht wie ein Wahnsinniger kotrolliert, sieht man den kleinen Jungen, der…ihr wisst schon - «Du hast mit mir gefälligst nicht rum zu diskutieren, du Rotznase!» und «Wie bist denn du drauf? Ab in dein Zimmer und komm erst wieder, wenn du dich beherrschen kannst!» und ganz besonders «Sag mal, was malst denn du mir hier Bilder von irgendwelchen Vögeln, wenn du deine Mathe-Hausaufgaben noch gar nicht angerührt hast?! Bei dir piept’s wohl?». Und dann fühlt man kurz dieses: ach komm zu Mama. Doch schon zieht er beherzt an seiner Kippe und klopft mit den knochigen Spinnenfingern ungeduldig auf den Tisch und grinst wie der Teufel persönlich: «Hopp hopp, Fräulein, wir wollen fertig werden!». Zack, hat er sein inneres Kind zurück gepfiffen.

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März

01.03.2016
Na ja, herzlichen Glückwunsch, Mademoiselle. Jetzt wo der Winter zurück kommt, haben wir endlich die Weihnachtsdeko - all das Goldene, Stachelige, Klirrende - in Kisten gepackt und zum Übersommern ins Regal gestellt. Ein bisschen schade ist es, dass die armen Krokusse da draußen sich wohl zu früh gefreut haben. Sie versuchen es natürlich, aber es sieht nicht gut aus. Überall in der Stadt sind Fotografen unterwegs: schneebehangene Äste von unten, schneebehangene Äste von oben, von der Seite, schräg, schwingend und ganze Ladungen abwerfend, aufgeschreckte Vogelschwärme, Passanten, die sich plötzlich wie ein Korkenzieher drehen und versuchen mit beiden Händen Schnee aus der Kapuze zu schütteln. Beliebtes Motiv - gekühlte Krokusse im Schneemantel. Apropos Mittagskarte - im italienischen Restaurant am goldenen Reiter gibt’s frische Muscheln für 10 euro. Und zwar seit ungefähr anderthalb Wochen. Inzwischen dürften sie den höchsten Grad der Frische erreicht haben. Also irgendwie gut, dass es wieder ein bisschen kälter wird.

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Februar

04.02.2016
«Ob Menschenkind oder Menschenhund ist oft genau so einerlei wie ein unbemaltes Osterei, einmal von vorn und einmal in Profilansicht» - dachte ich soeben als ich an einem Kindergarten vorbeiging und meinen sturen Esel der Marke Canis lupus familiaris hinter mir her schleifte.

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Sonntagliches

31.01.2016
Just So Stories

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Annonce

29.01.2016
Was, zum dicken Kaktus, ist denn ein Fräulein Primel? Ist es nun ein Kind oder eine Frau? Wenn das ein Kind ist, warum hat es solche, Verzeihung, Möpse? Und wenn das eine Frau sein soll, warum sieht sie so albern puppenhaft aus? Was soll denn dieses Flirten mit dem Kindchenschema? Nun ja, die Wahrheit ist - Fräulein Primel ist sowohl als auch bzw. weder noch. Und nein, das Fräulein kokettiert nicht im Geringsten mit dem lolitösen Klischee. Es ist vielmehr ein ähnliches Phänomen wie der Karlsson vom Dach, welcher ja behauptet, «ein Mann in den besten Jahren» zu sein, dabei jedoch kaum größer als ein Grundschulkind ist und sich vor allem nicht besonders erwachsen benimmt. So etwas gibt es machmal. Unsere inneren Kinder tragen wir alle in uns; bei dem Einen ist es stärker ausgeprägt, bei dem Anderen schwächer.

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Dezember

21.12.2015
Es ist also dunkel und kalt und windig wie Sau, und alle normalen Menschen sind längst auf ihren beigefarbenen Käutschen in ihren cremefarbenen Wohnzimmern und ich hab aber einen Hund, der hin und wieder gern vorm Schlafengehen noch fix und routiniert Durchfall kriegt und deshalb lauf ich also kurz vor zwölf durch Nacht und Wind um den goldenen Reiter herum mit meinem Kind und singe meinen Schamanen-Song und haue kräftig auf den Gong und steck’ mir Federn in den Kopf und werfe Steine in den Topf (Hallo, Nicole! Hab mir heute dein-mein Gedicht wieder durchgelesen :) ). Es pfeift und scheppert, aber es hilft ja nix. Wir laufen und laufen und der Halbmond liegt aufm Rücken und ist gelb wie ein alter Käse. In meinem dummen Schädel ist es leider nie ruhig. Das heißt…doch, manchmal, wenn man mich zum Beispiel ins Wasser taucht (am besten mit dem Kopf zuerst). Es gibt nämlich Menschen, die man im wahrsten Sinne des Wortes aufweichen muss. Man braucht mich also nur in irgendeinen See zu stecken, Badewanne reicht manchmal auch, und sechs bis acht Stunden nicht raus zu lassen. Wenn ich dabei auch noch einen tannengrünen Berg angucken kann, geht’s sogar schneller. Danach bin ich richtig durchgeweicht und aufgeweicht und hab kaum irgendwelche Gedanken oder Kopfgequatsche, sondern starre vor mich hin wie ein Bär, der alle Himbeeren und den ganzen Honig gefressen hat und in dessen Gesicht rein gar nichts zu lesen ist, außer vielleicht «Boah, geil…». Aber wo nimmt man nachts um zwölf einen See oder eine Badewanne her?

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November

22.11.2015
Die Elbe fließt spiegelglatt. Vor einigen Tagen noch packte der Wind das graue Wasser und schmiss es wütend gegen die Steine, Hier! Nimm das, du Luder! Und heute hat man hier Licht und Luft und diese typischen Dresdner Wolken, die so handwerklich genau die karamellisierte Silhouette der Stadt nachbilden. Ich hab Lust, meinen Hund in einen Kinderwagen zu setzten und nebenher zu joggen. Meine Fußgelenke würden zwar schreien: «Aaaaaa! Lose weight, Brunhilda Ivanovna! Wir sind nicht aus Titan.», aber dann grüßten mich die anderen Kinderwagen-Jogger auf diese spezielle Art, ihr wisst schon: Guten Tag, das machen Sie richtig! Ein niedliches Kind haben Sie da…ach du Scheiße, das arme Ding…Auf Wiedersehen. Na ja, meinem Hundekind geht’s gut. Es wälzt sich in den Überresten

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Grabrede

29.10.2015
Heute nehmen wir Abschied von unserem geliebten Kleidungsstück - dem Schlafhemd, auch bekannt als universelle Arbeitskluft. Ich blicke in viele Gesichter und sehe Tränen der Trauer, aber auch Tränen der Freude, so ein wunderbares Textilstück gekannt zu haben. Als es zu uns kam, hatten wir ein erfülltes Sexualleben mit jemandem, den das archaische, um nicht zu sagen urgroßmütterliche Erscheinungsbild unseres geliebten Schlafhemdes weder erschreckt noch in die Flucht getrieben hat. Oh ja, es wurde apzep…apzep…akzeptiert und respektiert und als das wahrgenommen, was es wirklich war - ein schräges, falsch genähtes, eigenartiges, praktisches, anspruchsloses Werk der modernen Kolonialisierung und der unfairen Handelsbedingungen.

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Mein inneres Kind hat mich gebeten, deinem inneren Kind auszurichten

27.09.2015
...es bestünde die Wahrscheinlichkeit, dass es im Bereich des Möglichen liegt, dass du mir eventuell sympathisch bist. Puh... Ist das zu fassen, wie umständlich das wird, wenn man seine innere Kompetente auf andere Menschen loslässt?! Die Ärmste ist so damit beschäftigt, cool zu bleiben und so erschrocken über jegliche Gefühlsregungen, dass ihr ein einfaches "Ich mag dich" nicht mal im Traum über die krampfhaft zusammengepressten Lippen kommt. Stattdessen blättert sie, schnaubend vor Anstrengung, in ihrem "Reaktionsregister", durchforstet die Kategorie "Sympathie, Freundschaft etc." auf der verzweifelten Suche nach der Reaktion XY_22725# und ja, man kann dabei ihr heißgelaufenes Gehirn knistern hören.

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Ausflug

15.12.2014
Keine Chance, dass es in diesem Wunderland langweilig wird. Sonntags ziehen anständige Menschen saubere Kleidung an und machen Ausflüge und ich kam auch nicht drumrum. Auf dem Weg entdeckte ich leider diese furchtbare Konditorei… ich bin mir sicher, sie stand vorher nicht da, erst als ich in die Strasse bog, öffnete sich die Pforte zur Hölle und die teuflische Institution kam hervor. Mit ihrem dunklen Holz und ihren goldenen Löffelchen und auf Hochglanz polierten Vitrinen, hinter denen Satans Kinder - Kakao-und Buttererzeugnisse lagen, und feinster Puderzucker schwebte in der Luft, aber vielleicht war es auch Koks, denn nur so lässt es sich erklären, warum ich plötzlich überall im Gesicht Zuckerguss hatte und gute sechs Stunden damit beschäftigt war, ein großes Stück Butter zu verdauen.

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Kleines Lexikon des Rückzugs. W wie WARUM.

11.12.2014
Weil du schon vergessen hast, wie es zwischen Herbst und Winter nach angefrorener Wiese und feinem Rauch riecht. Die Liste der Diagnosen wird immer länger und lauter und grotesker. Du fütterst die Pharmaindustrie und rennst zweimal die Woche zur Suchtberatung. Kannst deinen Hund gerade so versorgen, weil du mit Angst ins Bett gehst und mit Angst aufwachst und das einzige, was du noch reibungslos zustande bringst, ist vier Stunden am Stück auf dem Stuhl zu sitzen und die Wand anzustarren.

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Fünf Minuten määääckern.

31.07.2014
Es wird für mich wohl immer ein Mysterium bleiben, das ich weder kognitiv verstehen noch intuitiv erfassen kann, warum

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Mutprobe

23.06.2014
Jungs werden immer "jünger". Zuerst vergessen sie, wie man Entscheidungen trifft, die evolutionstechnisch sinnvoll sind, dann verlernen sie jegliches Handeln

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